3 schlagkräftige Gründe, essbare Wildkräuter im Garten anzusiedeln

Wildkräuter und Blüten als Beilage oder Zutat beim Kochen und Essen, als Tee oder als Dekoration sind nicht nur gesund, sondern bereiten auch den Augen eine Freude. Wer immer mehr von davon in seinen Speiseplan einbauen will, landet über kurz oder lang bei einigen offenen Fragen.

1) Die liebe Zeit

Täglich ein Spaziergang in der freien Natur wäre wünschenswert und der Gesundheit und dem Wohlbefinden sehr zuträglich. Hand aufs Herz, nimmst du dir die Zeit dafür? Egal ob Vollzeit berufstätig oder Teilzeit, Haushaltsmanager(in) oder Rentner, viele Menschen klagen über zu wenig Zeit und eine sehr volle To-Do-Liste während des Tages. Selbst wenn du den täglichen Spaziergang locker schaffst, hast du vielleicht ein geeignetes Sammelgefäß zu Hause vergessen. Das weiß ich aus eigener leidvoller Erfahrung.
Der innere Schweinehund wird größer und größer. Schon ist das Tageslicht am Abklingen, das Essen kocht am Herd vor sich hin – ohne aromatische Wildkräuter. „Morgen ist auch noch ein Tag.“

Wenn dir das bekannt vorkommt, hast du schon Argument Nummer 1 für einen Anbau im Garten gefunden. Im eigenen Garten oder in einem Topf auf dem Balkon sind schnell ein paar Blättchen bei der Hand. Der Zeitaufwand dafür ist weitaus geringer als bei einem täglichen Spaziergang zum Ernten.

2) Wildkräuter – Sicherheit beim Erkennen

Manche Wildkräuter sind eindeutig erkennbar, ich zähle die Brennnessel dazu. Wer einmal mit ihr Bekanntschaft gemacht hat – „Autsch“ – erkennt man sie jederzeit wieder. Doch das ist nicht bei jedem Wildkraut so eindeutig.

Die Teilnahme an Wildkräuterführungen zu unterschiedlichen Jahreszeiten kann Abhilfe schaffen, um mit der Zeit ein sicheres Erkennen von dem einen oder anderen Wildkraut zu ermöglichen. Meine Erfahrung ist, eine Wildkräuterführung ist eine ausgezeichnete Initialzündung, die durch „Begreifen“ verinnerlicht werden kann. Darum empfehle ich dir, die Kräuter selber im Garten auszusäen. Du hast die Gelegenheit, sie vom Keimlingsstadium weg bis zur Samenreife zu beobachten. So erlangst du Sicherheit beim Auffinden und Erkennen auch in der freien Natur.
Ich erinnere mich lachend meine erste Königskerze, die von alleine im Garten erschienen ist. Damals hatte ich noch keine besonders große Erfahrung mit Wildkräutern. Sehr gespannt wartete ich, was wohl aus dem von mir bezeichneten „Blätterungetüm“ werden wird. Zu meiner großen Freude hat sich eine stattliche Königskerze entwickelt. Seither erkenne ich jede Königskerze schon an den ersten zarten Blättern.

Wie schauen die Keimblätter aus, wie entwickelt sich die Pflanze. Wie ist der Geschmack der essbaren Teile in unterschiedlichem Wachstumsstadium. Antworten auf diese Fragen findest du, wenn du das Kraut die ganze Zeit beobachten und „be-greifen“ kannst.

3) Umweltbedingungen

Sammelt man in der freien Natur, gibt es ein paar Regeln zu beachten. Eine davon lautet: „Sammeln nur an unbelasteten Plätzen“.
Sammle deine Wildkräuter nicht gleich direkt neben einer stark befahrenen Straße, auch nicht direkt neben dem Spazierweg, wo Menschen mit ihren Hunden entlang wandern. Am Rande eines biologisch bewirtschafteten Feldes ist besser als direkt neben einem konventionell bewirtschafteten Feld, wo chemische Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden.
Eine andere Regel lautet: „Nur das sammeln, was an diesem Platz oft vorkommt“ und eine weitere: „Immer nur wenig sammeln und viel stehen lassen“.

Zu Hause im eigenen Garten bist du zu einem größeren Teil Herr oder Herrin über diese Umweltbedingungen. Du bestimmst, wie viel du aussäst und sammelst, ob du etwas übrig lässt, damit es sich leicht vermehren kann. Über den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln kannst du selbst entscheiden. Ich lege dir ans Herz, im ganzen Garten auf chemisches Gift zu verzichten, zumindest aber im Wildkräuterbeet und rundherum. Manche lassen sich auch gut in Töpfen ziehen, die du vor Katzen und Hunden geschützt höher oben aufstellen oder hängen kannst. Was auch immer dir persönlich wichtig ist an den Umweltbedingungen, du hast es in der Hand.

 

Geduld brauchst du schon. Manche Wildkräuter keimen und wachsen nicht gleich so, wie du es dir vielleicht erhoffst, manche gar nicht, manche erst Jahre später, wenn du schon gar nicht mehr an sie denkst. Dann sind sie da wie von Geisterhand.
Ausgangspunkt deiner Überlegungen sollte sein, welche Wildkräuter du regelmäßig in der Küche verwenden willst. Nimm dir ruhig nur maximal 5 Wildkräuter vor für den Beginn deines Wildkräuterbeetes. Maximal 5, die zur Bodenbeschaffenheit und zur Lage deines Beetes passen. Die Anbieter von Wildblumensaatgut haben oft entweder persönliche Beratung oder Informationsmaterial für dich. Wenn sich die Kräuter wohlfühlen und du sie im ersten Jahr auch ausreifen und Samen ansetzen lässt, erscheinen sie meist von selbst im nächsten Jahr wieder. Du brauchst keine besonderen Pflegemaßnahmen zu ergreifen und darfst immer mehr und mehr ernten. Noch dazu kannst du beim Spaziergang mit deinen Freunden sicher punkten, wenn du so manches Wildkraut schon im zarten Stadium erkennst. Deine Freunde werden Augen machen.

Auf in ein „buntleben“!

Herzliche Grüße

Sylvia Wonisch

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