3 Tipps, wie du das kommende Gemüsegartenjahr planen kannst

Hast du dir schon einmal die Frage gestellt, was die Basis für ein erfolgreiches und dich erfüllendes Gemüsegartenjahr ist? Vielleicht, weil dir im letzten Jahr nicht alles so gelungen ist, wie du es dir vorgestellt hast?

Keine Sorge, das ging mir anfangs auch so!  Meine Augen waren groß bei der Bestellung der Samen, doch dann war das Wetter nicht entsprechend. Im Februar schon die ersten Samen im Freiland in die Erde? Ging nicht, der Boden war noch gefroren. Alles verzögerte sich um Wochen. Dann kam der Mai, eigentlich Hauptmonat der Gemüsegärtner, mit Wetterkapriolen. Weitere Verzögerungen. Das Ergebnis: Gemüsechaos! Durcheinander, zu dicht gesät, weil ja alles noch Platz finden soll, nichts reif, kleine unreife Früchte am Ende der Saison.

Damals habe ich mir geschworen: Nie wieder so! Ab jetzt mache ich mir einen Plan.

Meine 3 Tipps für ein perfektes Gelingen des Anbauplans:

Die Wintermonate sind der ideale Zeitpunkt. Die kalte Jahreszeit lässt genug Spielraum, den Plan nicht innerhalb kürzester Zeit fertighaben zu  müssen. Er darf langsam und gemächlich wachsen, so  wie das Gemüse der kommenden Saison.

 

Tipp 1: Mini-Plan – Ein Plan muss her für das erfolgreiche Gemüsegartenjahr

„Huch, so viel Struktur wollte ich aber nicht, nicht schon wieder planen“. Glaub mir, ein Plan ist der Schlüssel zum Erfolg. Lies ruhig weiter! Denn Improvisieren führt leider schnell zum Chaos-Gärtnern.

Ein Plan hilft dir dabei, zu fokussieren und zu realisieren. Keine Sorge: Einen Plan zu haben, heißt ja nicht, eine Riesentabelle mit tausenden Infos zu füllen. Die besten Pläne sind simpel und einfach – ein Stück Papier (oder mehrere :-) ), bunte Stifte, was auch immer dir Spaß macht. Geh mit Lust und Laune ran!

Diese Punkte solltest du bei deinem Plan berücksichtigen:

 Planschritt 1 – deine Motivation:

Was ist deine Motivation. Warum möchtest du Gemüse selber ziehen? Willst du zum Selbstversorger werden? Oder willst du deinen Speiseplan bereichern mit Gemüsegattungen oder Sorten, die nicht so leicht im Supermarkt zu bekommen sind? Willst du den Nachbarn ausstechen, den örtlichen „Wer-hat-den-größten-Kürbis-Wettbewerb“ gewinnen?

Mach dir selber für dich klar, was dein Ziel ist und notiere dir dein Ergebnis.

So findest du die Gattungen von Gemüse, die du ziehen möchtest.

Planschritt 2 – die Bandbreite „wieviel wovon“

Der nächste Schritt ist zu klären, wieviel möchtest du davon haben. Die Bandbreite reicht von wenig Mengen aber viele Gemüsearten über wenig Mengen, zeitversetzt gesät bis zur Konzentration auf wenige Sorten, dafür aber viel.

Dabei solltest du die Möglichkeiten der Lagerung oder Verarbeitung in Betracht ziehen. Wenn du als Beispiel viele Tomaten haben möchtest, weil du daraus Sugo für den eigenen Gebrauch herstellen willst, musst du dir klar darüber sein, dass die meisten im August reifen. Bist du dann da oder in einem geplanten Urlaub. Willst du viele Karotten haben, wo könntest du die lagern? …

Planschritt 3 – Ressource: Platz

Jetzt hast du deinen Wunsch definiert. Als nächsten Schritt prüfst du, ob dein vorhandener Platz auf den Beeten oder in den Kübeln auf dem Balkon ausreichend ist. Länge, Breite der Beete, wieviel Platz brauchen deine Gemüsewunschsorten.

Ausgehen musst du beim Platzbedarf von der Hochphase. Diesen Fehler habe ich oft gemacht und ich sehe ihn oft bei anderen. Anfangs schauen die Beete so leer aus, weil alles noch so klein ist. Schnell wachsendes Gemüse kann den Platz kurzfristig auffüllen und geerntet werden, bevor der Platzbedarf der Hauptsorte größer wird. Hilfestellung zu Kombinationen und Platzbedarf findest du oft auf der Samenpackung oder noch besser in guten Gemüsebüchern.

Planschritt 4 – Ressource: Saat/Pflanze

Die nächste Entscheidung ist, ob du selber säen willst oder lieber vorgezogene Pflanzen setzen. Dementsprechend trage in deinen Plan ein, wann du etwas besorgen möchtest.

Im Falle von Säen, prüf deinen Vorrat an keimfähigen Samen oder besorg dir rechtzeitig neue Samen.

Planschritt 5 – Ressource: Zeit

Wie schaut es mit deiner eigenen verfügbaren Zeit das ganze Gemüsejahr über aus? Hast du täglich Zeit, dich um deine Beete und Pflanzen zu kümmern oder nur hin und wieder? Manche Gemüsesorten brauchen tägliche Wassergabe. In trockenen Jahren kann das durchaus zu einem Problem werden. Entweder du entscheidest dich nur für trockenheitsverträgliche Sorten, du sorgst für ein automatisches Bewässerungssystem oder du nimmst dir die Zeit dafür. Wenn nötig täglich.

Planschritt 6 – Ressource: Unterstützung

Bezieh in deinen Plan auch ein, ob du Unterstützung brauchst. Sei es in Form von Literatur, einem Gärtner, Freunden, dem Erfahrungsschatz vom Nachbarn oder Vernetzung beim Einkauf, um eventuell Rabatte erhalten zu können oder eine Transportmöglichkeit für schwerer Gegenstände zu haben.

Ja, so ein Mini-Plan kann ganz schön viele Punkte beinhalten.

 

Tipp 2: Midi-Sortenauswahl im Gemüsegartenjahr

Nachdem du nun sehr zielgerichtet weißt, was, warum, und wieviel du anbauen möchtest, geht es im nächsten Schritt um das „Wieviel von Sorten jeder Gemüsegattung“.

Nimmst du unterschiedliche Sorten, hat das schon Vorteile:

  • Du kannst eine Geschmacksvielfalt testen
  • Du erkennst unterschiedliche Resistenzen bei Witterung/Schädlingsbefall
  • Manche sind früh-, andere spätreifend. Du hast eine Erntevielfalt über einen längeren Zeitraum
  • Und für mich das Wichtigste: Du sammelst Erfahrung für die nächsten Gemüsegartenjahre! Was schmeckt, welche Sorten möchtest du beibehalten?

Eine Gefahr bei Sortenvielfalt möchte ich nicht verheimlichen – die Gefahr der Verzettelung.

So kannst du entgegenwirken:

  • Nimm Beratung in Anspruch beim Vertreiber des Saatguts, beim Gartenfachmarkt, bei Vereinen, die sich um Sortenvielfalt kümmern.
  • Suche dir bei beschränkten Ressourcen wie Zeit oder Platz nur wenige Gemüsearten aus, wo du mehrere Sorten testest, bei den anderen greifst du auf eine bewährte Sorte zurück. Im nächsten Jahr testest du eine andere Gemüseart auf Sortenvielfalt.

 

Tipp 3: Maxi-Aufzeichnungen vom Gemüsegartenjahr

Besorge dir ein ansprechendes, hübsches Tagebuch. Notiere alles darin, von Entscheidungen über Aussaat, Wetter, Ernte, Geschmack.

Warum? Weil du dich dadurch einerseits selber dazu bringst, während des Jahres in gewisser Weise strukturiert vorzugehen. Der Hauptpunkt ist und bleibt für mich andererseits das wertvolle Wissen, das du so aus eigener Erfahrung sammelst. Es lässt dich zu deinem eigenen Experten über die Jahre werden. Du kannst Schlüsse aus vergangenen Jahren ziehen, du kannst im Winter genüsslich darin lesen und in Gedanken noch schwelgen im Geruch und Geschmack all deiner geernteten Köstlichkeiten und erlebst eine Vorfreude aus das nächste Jahr.

 

Werde zu deinem eigenen Experten über deine Gemüsegartenumgebung! Plane, wähle aus und zeichne auf und vertraue deinen eigenen Erfahrungen. Das Gemüsegärtnern kann großen Spaß machen.

Los geht’s zu deinem persönlichen Casting der Gemüsesorten, Stift und Papier sind da, Gartenbücher liegen bereit…

Auf in ein „buntleben“!

Herzliche Grüße

Sylvia Wonisch

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