Bist du als Gemüsegärtner zu ambitioniert?

Ohweh, die Augen sind oft größer, als die Hände bewerkstelligen können. Das weiß ich aus eigener Erfahrung. Wer im Frühjahr vom Gemüsegartenfieber gepackt wurde und ihm nachgegeben hat, der leidet spätestens im August – und seine familiäre Umwelt gleich mit. Schlechte Laune an so manchem Sonnentag, das muss nicht sein. Ziehe Bilanz und ändere deine Taktik für das nächste Jahr!

Vergleichen abstellen

Nicht alles, was in den Gartenzeitschriften als Non-Plus-Ultra und neudeutsch so schön „Must Have“ dargestellt wird, passt für einen selbst. Gute Ratschläge von Nachbarn oder Verwandten sind in Ordnung, aber du musst ihnen nicht folgen.

Das heißt nicht, dass du die Tipps in den Wind schießen sollst! Sieh es als das, was es ist: Möglichkeiten, denen du nachgehen kannst, aber nicht musst. Du selbst kannst deine persönliche Situation mit allem Drumherum am besten einschätzen.

Erlaub dir vor allem, eigene Fehler zu machen. Denn deine Erfahrung unter eigenen Bedingungen ist Gold wert. Da gilt das schöne Sprichwort: „Aus Fehlern wird man klug“

Den Zeiger für die richtige Balance auf der Ambitionenwaage finden

Auf einer Skala von 0 bis 100 auf der Ambitionenwaage liegt die Balance bei jedem anders. Ist die Waagschale zu wenig belegt, kann Unterforderung entstehen. Dann schleicht sich heimlich ein Frustgefühl ein. Ist sie zu voll, rattert sie mit einem Knall zu Boden und der Zeiger landet bei Überforderung.

Die richtige Balance findet man durch zartes Herantasten an die goldene Mitte, die nicht zwingend in der Mitte der Skala liegt! Je nachdem, wo man grad steht, packt man etwas drauf (ein Beet dazu, eine Sorte mehr) oder nimmt was weg (heuer mal nur eine Sorte von …, die hier gut gedeiht, mehr Blumen statt Gemüse).

Ich hab dir einige Fragen vorbereitet, mit denen du ausloten kannst, wo dein Zeiger steht. Lass mal Revue passieren, wie das letzte Anbaujahr so war – beantworte dir jede Frage so konkret wie möglich, am besten schriftlich. Was war da genau? Inwiefern hab ich das so empfunden? Was hat mich gestört oder überfordert?

  • Wie steht’s mit der Sinnhaftigkeit? Hat alles, was ich angebaut habe und gut gewachsen ist, eine bestimmungsgerechte Verwendung gefunden (eigene, verschenken an Nachbarn, Bekannte, Kollegen, Tafel, ……) oder ist die Ernte teilweise am Kompost gelandet?
  • Habe ich zwischendurch mal den Überblick verloren und das Gewusel an verschiedenen Grüntönen im Beet hat überwogen und ich wusste nicht mehr, was da alles wächst und wo?
  • Wie hat sich meine Laune in der Gemüsesaison entwickelt? War ich während der ganzen Gemüsesaison gerne mit der Arbeit im Gemüsebeet beschäftigt? Oder gab es Zeiten, wo ich nur griesgrämig mit herunter gezogenen Mundwinkeln herumgelaufen bin und alles war nur lästige Pflicht?

Je nachdem, wie deine persönliche Bilanz ausfällt, und auf welchem Gebiet du vielleicht zu ambitioniert warst – du hast die Chance zu reagieren und aus deinen Fehlern zu lernen. Du kannst dir neue Abnehmer suchen, die Sorten oder den Platz reduzieren, Helferlein akquirieren und noch vieles mehr.

Und vergiss bitte nie, dir selber auf die Schulter zu klopfen und zu sagen „gut gemacht!“. Denn egal was war, du hast etwas geleistet, auf das du mit Recht stolz sein kannst.

Auf in ein „buntleben“!

Herzliche Grüße

Sylvia Wonisch

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