Kürbis, das Gemüse zum Entschlacken im Herbst und Winter

Entschlacken ist im Frühjahr in aller Munde. Kein Wunder, sobald die ersten Spitzen der Wildkräuter aus dem Boden schauen, wird das Thema überall aufgegriffen. Aber was ist jetzt um diese Jahreszeit? Der Alltag nach dem Urlaub startet wieder, geschockt kommst du drauf „Huch nur mehr ein paar Wochen bis zu vorweihnachtlichen Keksgenüssen, da wär’s an der Zeit vorher noch etwas für die Entschlackung zu tun“. Mir wird das immer schlagartig klar, wenn ich bei einer Landpartie grell orange Tupfen auf den sonst schon kahlen Feldern sehe. Juhu – es ist Kürbiszeit – auf zum fröhlichen Entschlacken!

Das Kürbisgewächs – 1 x 1

Zu den Kürbisgewächsen zählen neben den Speisekürbissen auch die Melonen und die Gurken. Um die geht es hier nicht. Es geht auch nicht um die Arten der Speisekürbisse, die zu den Sommerkürbissen zählen. Sommerkürbisse sind solche, die mit der weichen Schale im relativ frühen Reifestadium gegessen werden. Zucchini ist ein Vertreter davon. Auch die meine ich nicht.

Der Rest – die Winterkürbisse – umfasst viele Sorten. Allen gemeinsam ist, sie werden erst reif geerntet, wenn die Blätter schon längst vertrocknet, die Stängel verhärtet sind und der Kürbis beim Draufklopfen hohl klingt. Dann sind sie – vorausgesetzt sie haben keine beschädigten Stellen – je nach Sorte bei richtiger Lagerung viele Monate haltbar. Darum bekommt man sie auch immer noch im Februar. Diese Winterkürbisse haben es in sich. Sie bieten Entschlackungsmöglichkeiten von August bis Februar. Und dann sind die Frühlingskräuter wieder am Start.

Ost und West sind einer Meinung

Egal ob man auf die 5 Elemente Ernährung der chinesischen Medizin schwört oder sich lieber an alte europäische Traditionen hält, der Kürbis gilt überall als ausgezeichnetes Entschlackungsmittel.

Hier einmal ein paar Fakten der westlichen Philosophie über die wertvollen Inhaltsstoffe des Fruchtfleisches von Kürbissen, für:

  • Kalorienzählerjunkies: er besteht fast zu 90% aus Wasser und hat ganz wenig Kalorien
  • Ballaststoffjäger: er enthält viele Ballaststoffe
  • Fettvermeidungsstrategen: sein Fettgehalt ist nicht sehr groß
  • Vitaminaufstöberer: neben Vitamin C und E enthält er auch noch eine große Zahl an Karotenen. Damit belegt er sogar die zweite Stufe auf der Karotenenleiter hinter den namensgebenden Karotten.
  • Freie-Radikalen-Jäger und Vorbeuger: sag „ja“ zum Kürbis wird von namhaften Forschungsanstalten empfohlen
  • aufmerksame Cholesterinbeobachter: ein weiterer Inhaltsstoff im Kürbis gilt als zuverlässiger Wachposten für zu hohes Cholesterin

 

Die östliche 5 Elemente Lehre der traditionellen chinesischen Medizin hält unter anderem diese Hauptpluspunkte parat:

  • Das Qi der Mitte und das Leberblut wird tonisiert.
  • Kürbisfleisch kann Nässe, Feuchtigkeit und Schleim auflösen und transformieren

Übersetzt in westliche Worte könnte man sagen: Bei einer Ansammlung von Schlacken im Körper und / oder Übergewicht, ist oft die Verdauungskraft geschwächt. Dadurch können sich Schlacken ansammeln, die sich mit der Zeit mehr und mehr manifestieren. Der Kürbis hat die Eigenschaft, die Verdauungskraft zu stärken und überflüssige Schlacken aufzulösen und sie auch abzutransportieren. Gleichzeitig trägt er zu einem harmonischen Energiefluß im Körper bei.

Na, sind das nicht viele westliche und östliche Argumente, die für den Kürbis sprechen?

Schmeckt nicht, gibt’s nicht

Lange Zeit war der Kürbis sehr verpönt, weil er als fad schmeckendes Gemüse verschrien war. Damals landete aber meist nur eine wirklich fade Sorte auf dem Teller. In den letzten Jahren hat sich viel geändert. Viele verschiedene Sorten sind im Handel um’s Eck erhältlich. Jede Sorte schmeckt anders und lohnt sich, sie auszuprobieren. Nicht nur der Geschmack spielt mit, auch andere Umstände sollten bei einer Sortenwahl nicht ignoriert werden.

Hier sind meine 3 Lieblingssorten mit den jeweiligen Vor- und Nachteilen bei der Verarbeitung

Hokkaido:

Er braucht nicht geschält zu werden. Das ist eine enorme Zeitersparnis bei der Kochvorbereitung. Nur schadhafte oder braune Stellen an der Schale sollten ausgeschnitten werden, aber das war’s auch schon. Der Rest kann mit Schale in den Topf. Ein weiterer Vorteil ist seine kompakte Größe. Der ganze Kürbis kann unaufgeschnitten außerhalb des Kühlschranks in einem kühlen Raum noch länger lagern, bevor du ihn verarbeitest. Aufgeschnitten passt er gut in den Kühlschrank zum Aufbewahren, wenn du nur einen Teil für eine Mahlzeit verwendest.

Der erste Schnitt braucht eine kräftige Hand und ein gutes Messer. Die nächsten Schnitte gehen schon viel leichter. Wenn du ihn mit der Schale verwendest, dann braucht er länger beim Kochen bis er gar wird als ohne.

Hokkaido Entschlacken 02

Butternut:

Durch seine birnenförmige Wuchsform sind die Kerne nur im unteren dickeren Teil. Das schmale Ende der Birnenform ist kernlos. Wunderbar – so lässt er sich leicht würfeln. Das Fruchtfleisch ist in Windeseile gar. Er eignet sich für schnelle Gerichte. Seine Größe variiert ein wenig. Manche sind dem Hokkaido ähnlich, andere größer. Aber alles in allem passt er gut in den Kühlschrank zum Lagern.

Er muss geschält werden. Allerdings geht das bei dem Butternut leicht. Schneide ihn in mit der Schale in Scheiben. Dann legst du die Scheiben einzeln auf und schneidest großzügig die Schale weg.

Butternut Entschlacken

Muscade de Provence:

Vom Geschmack und vom Geruch her ist das mein Gewinner. Er ist sehr aromatisch. Mir läuft das Wasser im Mund zusammen, wenn ich an diesen Kürbis denke.

Vom Namen her kann man schon darauf schließen, wo er am besten gedeiht. Im sonnigen warmen Klima von Frankreich. Wegen seiner Sonnenhungrigkeit und der langen Reifezeit sieht man ihn selten in deutschen und österreichischen Gärten. Es gab einmal ein Jahr, wo es mir gelungen ist, so einen Moschuskürbis – zu dieser Sorte gehört der Muscade de Provence – im eigenen Garten zu ziehen.

Der Muscade de Provence wird groß und schwer. Daher könnte die Lagerung ein Problem sein. Auf einmal kann man ihn nicht aufessen bei einem Gewicht von bis zu 20 Kilo pro Frucht.

Das Schälen bereitet anfangs Schwierigkeiten. Du brauchst ein großes scharfes Messer und eine gute Taktik, um mit seinen groben Rippen zurecht zu kommen. Die Erfahrung und die passende Taktik kommen mit dem Tun. Lass dich von solchen Dingen nicht abhalten, ihn zu servieren. Sein Geschmack macht alle Widrigkeiten beim Schälen wett.

Muscade de Provance Entschlacken 02

An die Töpfe fertig los – Entschlackung marsch

Aus Kürbissen kann man viele Gerichte zaubern. Sie eignen sich für Saucen, Suppen, Eintöpfe, Laibchen, Nockerl, indische Dals, Konfitüren, Chutneys, Mehlspeisen,….. gegart, gebacken, frittiert…süß, herzhaft – je nach Gewürz und anderen Zutaten. Du hast es in der Hand, was du daraus machst.

Meine Empfehlung: variiere und probiere verschieden Sorten und Zubereitungsarten. Ein Tröpfchen Fett aber sollte auf jeden Fall überall dazu. Denn so mancher Inhaltstoff löst sich nur mit Fett, wär doch schade, wenn das ungenutzt verpufft.

Ob du 1 intensive Entschlackungswoche mit täglichem, variantenreichem Kürbisgericht machst oder eher zu einer längeren Variante tendierst, das bleibt dir überlassen. Vor einer intensiven Entschlackung solltest du dich unbedingt mit deinem Arzt oder Heilpraktiker beraten!

Du kannst die „Soft-Variante“ nehmen und dich langsam an den Kürbis herantasten. Fange mit einem Gericht pro Woche an und steigere dich auf 2-3 pro Woche. Das lässt sich leichter den Winter über durchhalten. Vielleicht gibt es bei dir ja dann auch Weihnachtskürbiskekse.

Auf in ein „buntleben“!

Herzliche Grüße

Sylvia Wonisch

2 Kommentare Schreib einen Kommentar

  1. von Pia Maria Schüffelgen

    Danke Sylvia…..was ist dein blog doch für ein Füllhorn an Ideen…..DANKE
    Ich liebe Kürbis….im vergangenem Jahr war der Butternut mein absoluter Liebling….so unglaublich abwechslungsreich was da alles gezaubert werden kann. Ganz häufig gab es eine Suppe aus Backofenkürbis, als Butternut in Stücken mit Olivenöl und Kräutern gebacken…..anschliessend pürriert mit Gemüsebrühe und Sahne ( wie heisst es bei euch…? Schlagobers ?)zur Suppe, Pfeffer und Sals und etwas Zitronensaft dazu…..köstlich

    Danke das ich soooo viel bei /von dir lernen darf.
    Herzensgrüsse Pia Maria

    • von Sylvia Wonisch

      Liebe Pia!
      Das freut mich ungemein, wenn du viel aus meinem Blog für dich herausfiltern kannst. Ja – Schlagobers heißt das bei uns. :-)
      Gestern habe ich endlich eine Kürbissorte live gesehen, die ich im schon lange anbauen will – Flaschenkürbis. Aus dem kann man Percussioninstrumente machen.
      Die Kürbisse sind sehr vielfältig! Genauso wie die Verarbeitungsmöglichkeiten. Butternut habe ich heuer angebaut, er wächst noch immer wie wild weiter und ich lasse ihn. Die Blüten sind Nektar für die Bienen.
      Butternut in Olivenöl und Kräutern gebacken klingt verlockend. Danke für den Tipp!
      Herzliche Grüße, Sylvia

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