Mitgebrachte Mittagessen – mit diesen Kommentaren darfst du rechnen

Voller Elan bringst du dein selbstgekochtes Essen mit ins Büro. Oder liebäugelst damit.

Rechne damit, dass das die Kollegen auf den Plan ruft. Von Bewunderung bis Kritik ist alles drin. Denn nichts ist so ein großes Gesprächsthema wie das eigene Essen!

Damit du dich nicht aus dem Konzept bringen lässt, lies dir durch, welche Typen es gibt und wie du ihnen sanft und gefestigt zugleich begegnen kannst.

 

Der Besserwisser

Er ist immer „in“, kennt alle Essenstrends der Gegenwart und deren Vor- und Nachteile. Sein Wissen bezieht er aus Lifestyle-Magazinen und TV-Sendungen. Entsprechend halbgar ist es. Bei den Besserwissern gibt es drei Lager: Die zum Kritisieren neigenden Theoretiker („Das ist aber nicht gesund, weil …“, „Jenes ist viel besser!“). Die ehrlich Interessierten, die sich nach neuesten Erkenntnissen richten. Und schlussendlich die, die nur für ihr Ernährungskonzept eintreten und alle anderen kategorisch als falsch einstufen.

So erkennst du ihn: An der ständigen Kritik ;-) … beziehungsweise am eigenen, sehr wechselhaften Verhalten. Er springt immer auf den gerade hippen Ernährungszug auf. Mal bleibt das Gluten weg, mal gibt’s keine Kohlenhydrate, mal ist Paleo angesagt. Beim dritten Untertyp an der vehementen, gnadenlosen Verfechtung seines Stils bei gleichzeitigem Herunterreden anderer Ernährungsgewohnheiten.

Deine Strategie ihm gegenüber: Ist es ein oberflächlicher Kritiker, dann lass dich gar nicht erst auf energieziehende Diskussionen ein. Hat du das Gefühl, du kannst von ihm interessante Details erfahren, dann stell möglichst gezielte Fragen.

Was du von ihm lernen kannst: Breites Wissen und Einblicke in neueste Trends. Sich einlassen auf Neues ohne Vorurteile. Es gibt von allen Trends etwas, das sich lohnt, in den Alltag zu integrieren.

 

Der Fremdbestimmte

Dieser Typ macht keine oder eine viel kürzere Mittagspause. Er ist ein Freund von Businesslunches, weil man dann gleich noch was besprechen kann – oder er schlingt sein Mittagessen schneller runter und muss „gleich noch was tun“. Typisch ist das Essen am Schreibtisch, kombiniert mit Weiterarbeiten zwischen schnellen Bissen. Einige Fremdbestimmte würden eigentlich schon gerne richtig Pause machen und in Ruhe essen.

So erkennst du ihn: Immer sind andere Menschen oder die Umstände schuld. Die Familie mit Kindern, die in der Früh und am Abend vorrangig versorgt werden müssen. Die mangelnde Zeit im Büro, die eigene Wichtigkeit des Jobs, die keine Pause zulässt, die viele Arbeit und und und.

Deine Strategie ihm gegenüber: Wenn es jemand ist, mit dem du eigentlich gerne zusammen bist, dann lass dich nicht von seiner Hektik anstecken! Nimm dir all die verfügbare Zeit beim Mittagessen und wähle zur Not einen neutralen Ort weg vom Arbeitsplatz.

Was du von ihm lernen kannst: Dass es sehr leicht ist, sich in den Alltagsstrudel reinziehen zu lassen. Sieh ihn als Mahnmal und behalte deine Eigenverantwortung. Pausen sind wichtig, und neben gesundem Essen gehört auch dazu, es in Ruhe zu dir zu nehmen.

 

Der Mitmacher

… hat auch Lust, sein Mittagessen selbst mitzubringen – entweder aus Zeit-, Geld- oder Gesundheitsgründen -, kriegt es nur alleine nicht auf die Reihe. Er greift deine Initiative gerne auf und verleiht ihr das i-Tüpfelchen. Du inspirierst ihn, besonders wenn du natürliche und interessante Gerichte mitbringst, die er so bisher noch gar nicht kannte.

So erkennst du ihn: Er fragt dich nach Rezepten, bittet um Rat, will sich vielleicht sogar zusammentun. Generell ist er sehr an Details interessiert: Wann und wie bereitest du dir das Essen zu? Wieviel Zeit brauchst du dafür? Er zeigt offen seine Bewunderung.

Deine Strategie ihm gegenüber: Suche solche hemdsärmeligen Mitmacher! Sie sichern dir langfristigen Erfolg und Ausdauer. Wenn du magst, lade ihn ein, mit dir gemeinsam ein Team zu bilden. Von gemeinsam die Mittagspause verbringen bis hin zum abwechselndem Vorbereiten der Mahlzeiten ist alles möglich.

Was du von ihm lernen kannst: Mitmacher sind manchmal besonders ausdauernd, sie schaffen es nur aus eigener Kraft oft nicht, anzufangen. Zu zweit sind auf jeden Fall die Abwechslung und das Durchhaltevermögen größer.

 

Der Nörgler

Dieser Typ nörgelt einfach gerne. Egal, zu welchem Thema. Da ist es nur ein gefundenes Fressen, dass du dir Selbstgekochtes mitbringst. Er arbeitet mit Unterstellungen, sieht alles als Augenwischerei und Modetrends. Ihm geht es dabei gar nicht ums Essen, sondern nur um einen Anlass, eine Diskussion anzuzetteln.

So erkennst du ihn: Wenn er nicht gerade an dem rumnörgelt, was du gerade isst, versucht er dir einzureden, dass deine Essweise eh nix ist oder dein Konzept keine Chance auf Erfolg hat, sondern nur ein Strohfeuer ist.

Deine Strategie ihm gegenüber: Hast du es mit so einem negativen Zeitgenossen zu tun, dann lass dich auf keinen Fall auf einen Dialog ein. Bleib freundlich, aber kurz angebunden: „Wenn du meinst.“, „Mir schmeckts.“ – Damit wirst du ein uninteressantes Publikum für seine Nörgeleien.

Was du von ihm lernen kannst: Wenn dich das Nörgeln trifft, vielleicht eigenen Zweifeln einen Spiegel vorhalten, dann überprüf deine Motivation.

 

Der Planer

Er lebt für To-Do-Listen und Excel-Tabellen. Alles wird haarklein geplant, er arbeitet mit Erinnerungslisten oder trackt sein Essen & Co. mit einer Fitnessapp. Dabei legt er großes Organisationsgeschick an Tage und hat Riesenspaß dabei, auszuwerten und zu optimieren.

So erkennst du ihn: Er unterstützt dich – zum Beispiel hat er gleich ein paar passende Links zu tollen Rezeptseiten oder interessanten Kochgadgets. Er kennt Lieferdienste mit gesundem Angebot in der Nähe und lässt sich Informationsmaterial zukommen.

Deine Strategie ihm gegenüber: Dieser Typ kann dir sehr gut zuarbeiten und dich in der Organisation unterstützen. Nutze seine Qualitäten! Vielleicht sind auch andere Kollegen interessiert, gemeinsam gesünder Mittagspause zu machen? Einen guten Planer braucht jedes Team.

Was du von ihm lernen kannst: Planung ist beim gesunden, abwechslungsreichen Essen das A und O, um dich längerfristig mit Genuss selbstzuversorgen.

 

Der „Genießer“

Für diesen Typ ist selbstgebrachtes Essen ein Graus: entweder weil es spießig ist oder viel zu gesund – das kann ja gar nicht schmecken! Lieber lebt er „im Hier und Jetzt“. Er isst das, wonach ihm gerade der Sinn steht. Das ist dann meistens Pizza oder was vom Chinesen nebenan.

So erkennst du ihn: Er unterstellt dir, dass du dein selbstgekochtes Essen eigentlich gar nicht magst, sondern dich in irgendeiner Form kasteist. Natürlich kennt er zig Leute, die trotz ungesunder Ernährungsgewohnheiten steinalt wurden und dabei kerngesund geblieben sind.

Deine Strategie ihm gegenüber: Leben und leben lassen. Bitte verfall nicht in Rechtfertigungen oder Gegenreden. Hast du Spaß dran, dann mach dein Essen extra vielseitig und richte es appetitlich an. Wenn es ein netter Kollege ist, dann lass ihn doch mal kosten, vielleicht magst du eine gesunde Pizzavariation mitbringen?

Was du von ihm lernen kannst: Genuss! Iss, was dir schmeckt. Und wenn das bedeutet, dass du auch gerne hin und wieder mit zum Italiener gehst, dann mach das bitte – lass ruhig Fünfe mal grade sein. Wenn du 80 % der Zeit gesund isst, sind locker immer wieder mal Ausnahmen drin.

 

 

Essen vereint – oder polarisiert.

So negativ der eine oder andere Typ auf den ersten Blick erscheint, so viel kannst du von jedem von ihnen mitnehmen und lernen. Vielfalt bringt neue Einsichten und Gemeinschaft.

Auf in ein „buntleben“!

Herzliche Grüße

Sylvia Wonisch

 

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