Neidisch auf Garten? – Wie du feststellen kannst, ob ein Garten überhaupt zu dir passt und 3 Alternativen dazu

In Corona-Zeiten mit Ausgangsbeschränkungen und Maskenpflicht in Österreich schielt so manch einer neidisch auf die Gartenbesitzer. Tür auf, frische Luft und grün, alles ganz legal und ohne Maskenpflicht. Wer will da nicht einen Garten haben, wo man es sich richten kann, wie es beliebt?

Noch dazu im Frühjahr, der Jahreszeit, wo alles sprießt und wächst und der Ton der Natur durch die Ruhe rundherum in den Vordergrund rückt. Vogelzwitschern hier, Fröschequaken da, blauer Himmel und Sonnenschein. Idylle pur.

 

Neid ist immer ein guter Grund, näher hinzusehen

Neid wird ja oft mit einem negativen Gefühl verbunden. „Neid ist böse!“  „Neidisch ist man nicht!“

Dabei ist Neid nicht per se schlecht und ein neidischer Mensch kein schlechter Mensch. Neid symbolisiert zunächst einfach nur eine eigene Begehrlichkeit, er öffnet sozusagen den Weg zu unseren Wünschen.

Nehmen wir das Neidischsein auf den Garten mal näher unter die Lupe. Worum geht’s dir dabei wirklich?

Steht der Garten eigentlich für Freiraum und Unabhängigkeit?

Im eigenen Garten kann keiner Vorschriften machen, Ausgangsbeschränkungen gelten nicht, man braucht keine Maske zu tragen. Was erlaubt ist und was nicht, das ist selbstbestimmt und selbstverantwortlich. Das bezieht sich natürlich auch auf den Garten selbst: Jeder kann selbst gestalten, worauf er Wert legt: Eher eine Ruhe-Oase schaffen, selbst Gemüse und Obst anzupflanzen oder einen Wildgarten wuchern lassen.

Wenn es dir also ums freie Schalten und Walten geht, dann schau nochmal genauer hin, ob der neidische Blick auf Gartenbesitzer wirklich mit dem Garten selbst zu tun hat oder ob du dich generell etwas mehr nach Freiraum und Unabhängigkeit sehnst – unabhängig von der aktuellen Ausnahmesituation.

Oder geht es dir um mehr Freiräume und Platz?

Je mehr Personen eines Haushaltes von zu Hause arbeiten oder lernen, desto mehr Platz und Raum wird benötigt. In Zeiten von Home-Office und Home-Schooling stellt ein Garten einen vergrößerten Raum dar, der schnell und variabel zum Arbeitsplatz umfunktioniert werden kann. Ein Tisch und ein Sessel im Schatten und schon steht dem Home-Office im Garten nichts mehr im Wege, WLAN und Smartphones sei Dank.

Ein durch den Garten vergrößerter Lebens- und Arbeitsbereich hat durchaus seine Vorteile – inklusive totalem Tapetenwechsel mit Urlaubsfeeling und Entspannungsgarantie.

Vielleicht sehnst du dich einfach nur nach Normalität?

Die Natur geht ihren gewohnten Gang, sie erholt sich sogar durch die Corona-Krise der Menschheit und atmet auf. In der Natur kann Normalität und Wunder gleichzeitig erlebt und beobachtet werden.

Die Vögel zwitschern unbekümmert, Eichhörnchen jagen sich um die Bäume und die Hummeln brummeln sich durch die Blüten.

Ja, die Natur bietet Balance und Gegengewicht, all das was wir für Krisenbewältigung, aufkommenden Sorgen und Ängsten nicht genug haben können! Der Garten unterstützt dabei, alles Negative für einen Moment zu vergessen und in die Natur voll einzutauchen, was sofort den Stress mindert.

 

Allerdings zeigen all die hübschen Gartenbilder, die jetzt gepostet werden, nur einen Bruchteil. Denn neben all dieser reichhaltigen Pluspunkte macht ein Garten enorm viel Arbeit – und auf andere Art gleichzeitig abhängig, und das fast rund ums Jahr:  Gießen, Unkraut jäten, zurückschneiden, alles körperliche Arbeit, die für viele ungewohnt und anstrengend ist. Arbeit, die in vielen Monaten des Jahres anfallen. Grad wenn er schneebedeckt ist, ruht die Arbeit. Das gilt übrigens auch für Naturgärten! Der beschert auch Arbeit – andere als ein Garten, der mit Chemie von „Unkraut“ und Wildwuchs freigehalten wird und der von automatischen Robotern gemäht wird. Wer überlegt, einen Garten erst anzulegen, der sollte ausreichend Zeit dafür reservieren.

Mit einem Garten übernimmst du übrigens auch Verantwortung. Verantwortung für die naturgemäße Betreuung statt Herbiziden und Pestiziden. Verantwortung für die Millionen von Lebewesen eines Gartens. Wer den Garten mit chemischen Mitteln in seine Schranken weisen will, sollte die Finger von ihm lassen. Darüber diskutiere ich nicht. Punkt.

Bist du willig, die Arbeit, die Zeit und Geld zu investieren und Verantwortung zu übernehmen, um einen Freiraum für dich zu haben, ein erweitertes Wohnzimmer, eine Relaxzone, oder was auch immer?

 

3 Alternativen zu einem eigenen Garten

Viele Bedürfnisse, Wünsche und Sehnsüchte, die mit einem Garten in Verbindung gebracht werden, sind auf andere Art verwirklichbar!

Tage- oder stundenweise Ausflüge

Sobald die Ausgangsbeschränkungen gelockert werden, kommen viele Möglichkeiten für Ausflüge wieder hinzu. Schwelgen in Gartenausstellungen und Schaugärten, durchatmen in frischer Waldluft, ein entspannendes Ruhebad in Gras einer Waldlichtung, Buch lesen oder Löcher in die Luft starren im nächstgelegenen Park sind nur einige davon. Ich zähle das deshalb ein wenig näher auf, weil wir Menschen Gewohnheitstiere sind. Oft ist – gerade in der Stadt – der eigene Radius recht begrenzt, und dann kommt es vor, dass man noch gar nicht gemerkt hat, dass fünf Minuten von der Wohnung – nur in anderer Richtung – ein schöner kleiner Park ist. Oder man hat bisher immer nur Bergwandern gemacht, sich aber noch nie mit einer Decke unter einen Baum gelegt und in den Himmel geschaut. Oder das Sportprogramm, das normalerweise im Fitnessstudio stattfindet, mal auf der grünen Wiese machen.

So können auch Leute, die bisher eher nicht so in der Natur gelustwandelt sind, neue Saiten an sich entdecken.

Das Tolle: Man kann das Vorhandene genießen und dann wieder heimfahren. Ganz ehrlich: Manchmal bin ich neidisch auf die Ausflügler, wenn ich meine Freizeit wieder mal im Garten verbringe oder der Regen mir einen Strich durch einen Urlaubstag gemacht hat, den ich für den Garten genommen habe.

Balkon oder Terrasse nutzen

Wer Balkon oder Terrasse bei der Wohnung hat, kann diesen Erweiterungsteil sehr gut zu seiner grünen Wohlfühloase umstilisieren. Hier gibt enorm viel Potenzial, gerade auch in Stadtwohnungen. Oft sind die Balkone dort zwar mit Möbeln und Sonnenschirm ausgestattet, aber das war‘s dann schon.

Dabei lässt sich auf Balkon und Terrasse – auch bei kleiner Fläche – eine Menge machen: Viele Pflanzen lassen sich in Töpfen kultivieren, es gibt sogar eigene Bücher für’s Balkongärtnern. In Windeseile und mit weniger Arbeit als ein Garten abverlangt, werden Balkon oder Terrasse zum Entspannungsraum, erweiterten Arbeitszimmer oder zur Relaxzone. Vieles, was auf den Garten zutrifft, trifft in etwas kleinerem Ausmaß auf Balkon und Terrasse zu.

Balkontüre auf – und schon ist man in Sekunden im grünen Wohnzimmer.

Gemeinsam gärtnern

Das Thema Gemeinschaftsgärten würde einen eigenen Blogartikel füllen, so vielfältig sind die Möglichkeiten hier. Es zahlt sich aus, nach gelungenen Projekten „Gemeinschaftsgarten“ Ausschau zu halten und mit den Leuten zu reden. Die Reichweite geht vom gemeinsam genutzten Innenhof in einem Wohnblock über Pop-Up-Gärten in der Stadt auf freier, abgegrenzter Fläche in Kisten oder Hochbeeten bis hin zu gepachteten Anteilen an Feldern.

Ein Gemeinschaftsgarten als Alternative zum Garten macht aber nur Sinn, wenn es dir ums „Gärtnern in Selbstbestimmung“ geht.

Der Vorteil ist, die Arbeit kann geteilt werden und man kommt mit Gleichgesinnten zusammen.

 

So, jetzt bist du dran! Dein Beweggrund für den Neid hat dir einen Hinweis geliefert was dir fehlt. Du kannst es ändern! Auf!

 

Auf in ein „buntleben“!

Herzliche Grüße

Sylvia Wonisch

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