Was hat Saison? Was ist regional? – 5 simple Arten, sich zu informieren

Viele Ernährungslehren sind sich einig, dass es für den Körper am Förderlichsten ist, das zu essen, was zu diesem Zeitpunkt regional unter freiem Himmel wächst oder aus dem Lagerbestand der Ernte des Jahres besteht. Dem schließe ich mich an. Ausnahmen kann es schon geben. Hier bei uns in Mitteleuropa gedeihen keine Orangen. Aber darum geht es nicht. Es geht nicht um die Ausnahmen, es geht um das Gros des Essens. Konkret um Obst und Gemüse, das irgendwann im Jahr in natürlichen Rhythmus unter natürlichen Umständen in natürlicher Erde in der Gegend wächst.

Da es mittlerweile zum Standard gehört, dass fast das ganze Jahr über das Angebot in den Supermarktregalen ähnlich ist, könnte der Eindruck entstehen, es wächst ja doch jetzt da. Doch stimmt das?

Genau darum geht es mir: Wie kann ein mündiger Konsument sich schlau machen, ob etwas wirklich aus regionalem Anbau der Saison stammt. Meine 5 Top-Arten der Informationsbeschaffung:

1. Regional? Der Blick auf das Etikett

Nicht alle Neuerungen und neuen gesetzlichen Regelungen sind schlecht. Sehr positiv empfinde ich die Warenauszeichnung im Gemüseregal. Die Herkunft und der Produzent sind meist angegeben.

Also Brille beim Einkauf einpacken, Augen auf und Herkunftsetikett lesen. Erst dann entscheiden, ob man es kauft oder nicht.

Wenn niemand mehr Erdbeeren aus Südafrika in Mitteleuropa im Dezember kauft, werden sie irgendwann nicht mehr importiert. Wir alle als Konsumenten haben mehr Macht, als wir denken.

Das ist auch gut für dich als Konsument. Weit zu transportierende verderbliche Ware wird meist unreif geerntet und reift erst während des Transportes nach. Eine reife Frucht zum richtigen Zeitpunkt unter Sonnenlicht gewachsen, schmeckt anders – eben reifer. Die gesundheitsförderlichen Inhaltsstoffe bauen vom Erntezeitpunkt bis zum Essen ab.

2. Nutze den Kundenservice

Jedes Unternehmen, das auf sich hält, hat einen funktionierenden Kundenservice. Das ist ein Traum für uns mündige Konsumenten. Nutzen wir das Angebot und „löchern“ die Produzenten oder Verkäufer mit Fragen.

Ich glaube fest daran, dass man wahrheitsgetreue Antworten bekommt, wenn man höflich, freundlich, zielstrebig eine konkrete Frage stellt. Und dass solche höflichen, aber gezielten Fragen eine Auswirkung haben, je mehr Menschen ihr Interesse daran bekunden.

Klar, dass man nicht so eine Frage schreiben soll: „Hey, ihr da oben in euren Glastürmen. Was habt Ihr mir da für Tomaten angedreht. Glaubt ihr, ich bin blöd?“ Naja zugegeben, ich glaube nicht, dass jemand so eine Frage stellen würde, oder? Doch ein leicht anklagender bis aggressiver Ton ist leider oft an der Tagesordnung.

Besser: „Sehr geehrtes Kundenservice-Team! Mir ist wichtig, was ich esse. Darf ich Sie bitten, mir die Herkunft der Tomaten mit der Charge Nummer …… genauer zu erklären? Speziell interessiert mich die Art der Wachsens. Sind das Tomaten aus einem Glashaus? Sind sie in Erde aufgewachsen oder in einer Nährlösung?…“

Bei Bio-Ware braucht man, soweit ich weiß, die Frage nach „Erde oder Nährlösung“ nicht zu stellen. Mein Wissensstand ist, „bio“ muss in Erde aufgezogen werden.

Eine weitere Möglichkeit, die Macht des Konsumenten zu nutzen sind Anfragen nach Betriebsbesichtigungen. Das zeigt Interesse und man hat vor Ort dann die einmalige Chance, Fragen zu stellen und Wünsche zu äußern.

3. Informationsbeschaffung

Ein Saisonkalender von Obst und Gemüse ist ein hilfreiches Tool. Unter dem Suchbegriff: „Obst Gemüse Saisonkalender“ wird man im Internet bei Suchmaschinen fündig. Es gibt Anbieter wie in Österreich beispielsweise die Umweltberatung, wo man günstig oder kostenlos Ausdrucke bestellen kann.

Ich empfehle 2 Exemplare zu nehmen: Eines für die Handtasche zum Einkauf mitnehmen, eines für die Kühlschranktüre.

Lagerfähiges Obst und Gemüse kann auch saisonal sein, wenn laut diesem Kalender die Erntesaison schon vorbei ist. Da ich von richtigen Lagerumständen beim Hersteller ausgehe, ist da gar nichts Verwerfliches. Wichtig ist, einen groben Überblick zu haben, welches Obst und Gemüse lagerfähig ist. Hier hilft ein Blick auf die Warenauszeichnung. Ein Kürbis kann auch noch im Jänner aus Mitteleuropa stammen als ein Beispiel.

4. Anbieter – regional

Ab-Hof-Läden, Bauernmärkte, Bioläden, Anbieter von Gemüsekistenabos sind alternative Einkaufsmöglichkeiten von Obst und Gemüse.

Bei Gemüsekistenabos hat man meist die Möglichkeit aus unterschiedlichen Kistenabos zu wählen. Meist ist auch eine regionale Kiste im Angebot. Der Nachteil ist, dass nicht überall Zustellgebiet ist. Dort, wo Zustellung möglich ist, empfehle ich zumindest im Winter, auf dieses Angebot zuzugreifen.

Der Überraschungseffekt bei einer Kiste ist nicht zu unterschätzen. Man erhält auch nicht alltägliches Gemüse, oder solches, das man bei eigenem Garten nicht anbauen würde. Es fordert die Gehirnzellen, das Ausprobieren und bereichert ungemein den Speiseplan.

5. Selber ausprobieren

Wer die Möglichkeit hat, soll einmal versuchen, im Winter Erdbeeren zu ziehen. Ich nehme es vorweg: dazu bräuchte man wirklich speziell adaptierte Umgebung. In der Wohnung wird es nicht gelingen, im Freien schon gar nicht. Ausreichend lange Tageslicht und Wärme, bei vielen Obst- und Gemüsesorten Bestäuberinsekten (alternativ kann per Hand und Pinsel bestäubt werden). Das schafft ein künstliches Glashaus oder eine Hochhausgemüsefabrik der Zukunft. Nur zu welchem Preis, das frage ich mich.


Mein Appell an alle mündigen Konsumenten: Nutzt alle Informationsmedien der heutigen Zeit! Kehrt dem künstlichen Ziehen von Obst und Gemüse den Rücken und dafür zurück zu den Wurzeln der Vorfahren. Rückbesinnung, Erdung, Natürlichkeit, das wünsche ich uns allen für eine gute Zukunft der künftigen Generationen.

Auf in ein „buntleben“!

Herzliche Grüße

Sylvia Wonisch

 

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