Sei ein pfiffiger Balkongärtner – schütz die Erde in den Gemüsekübeln

Ein heißer Tag im Juli. Auf meiner frühmorgendlichen Gartenrunde schaue ich nach all meinen Gemüsepflanzen. Meine Morgenrunde endet als Balkongärtner bei den Kübeln auf der Terrasse. Die Gemüsepflanzen in den Töpfen liegen mir besonders am Herzen und bekommen eine Portion Zusatzaufmerksamkeit. Schlussendlich habe ich ihnen einen nach allen Seiten begrenzten Platz zugewiesen, sie in Kübel gesteckt und sonnig aufgereiht.

In all den Jahren meiner Gemüsegärtnerlaufbahn habe ich dazugelernt. Neben regelmäßiger Wassergabe sind die Kübelpflanzen dankbar für ein Quäntchen mehr Vorbeugung vor Austrocknung.

Bedeckte Erde bietet Schutz

Erde mit bestimmtem Material bedecken nennt man Mulchen. Mulchen hat sich in den Beeten vieler Naturgartengärtner durchgesetzt.

Als Balkongartengärtner kannst du dieses System auf deine Kübel übertragen. Erde bleibt unter Mulchmaterial auch an heißen Tagen länger feucht.

Unter einer Mulchschicht ist das Klima ausgewogener, extreme Bedingungen können besser verkraftet werden. Für deine Pflanzen ist das in jedem Wachstumsstadium und bei jeder Temperatur ein ausgezeichneter Schutz.

Die Wurzeln als unsichtbarer Teil der Pflanzen bekommen meist wenig Aufmerksamkeit. Zusammen mit dem sichtbaren Blätterwerk sind sie für die Versorgung der Pflanze mit allen Nährstoffen zuständig.

Widme dich dem „Kellerabteil“ gleich viel wie den Stockwerken darüber. Deine Erntechancen erhöhen sich.

Geeignetes Mulchmaterial für Kübelpflanzen

Viele Möglichkeiten stehen offen. Ja, Mulchen kann richtig eine Wissenschaft werden. Keine Angst, es ist nicht so schlimm!

Hier ist meine Hitliste für Balkongärtner:

  • Grasschnitt:

Vielleicht hast du im Familien- oder Freundeskreis Zugang zu Grasschnitt. „Nein, danke“ zum Grasschnitt solltest du beim Einsatz von chemischen  Unkrautvernichtungsmitteln sagen. Dir stehen genügend andere Alternativen zur Verfügung.

Frischer Grasschnitt soll dünn aufgetragen werden um Fäulnis zu vermeiden. Er verrottet schnell und muss nachgefüllt werden.

  • Was an Schnittgut in deinen Töpfen anfällt

Sammle alles an Material von deinen Gemüsepflanzen, das sonst in den Biomüll wandern würde. Die äußeren Blätter der Salate, die Blätter von Radieschen als Beispiele. Etwas zerkleinert liefern sie gutes Abdeckmaterial. Müllvermeidung ist ein gutes Motto. Deine Mulchschicht wächst mit der Zeit und mit den Pflanzen.

  • Blätter bestimmter Wildkräuter

Brennnessel und Beinwellblätter sind gut geeignet. Grob zerkleinert liefern sie als Mulchmaterial zusätzlich noch wertvollen Dünger. Auf einem Spaziergang kannst du sie sammeln. Sie wachsen nach, du brauchst kein schlechtes Gewissen zu haben. Beachte bitte die Sammelgebote unter Punkt 3 in dem Artikel: https://www.buntleben.at/3-schlagkraeftige-gruende-essbare-wildkraeuter-im-garten-anzusiedeln/

  • Material aus dem Tierbedarfsgeschäft

Stroh und Heu bekommst du in unterschiedlichen Verpackungsgrößen im Tierbedarfsgeschäft. Zweckmäßig verwendet sind sie Futter für Nagetiere. Beide sind auch wunderbar geeignet, die Erde deiner Kübelpflanzen abzudecken.  Stroh passt als Mulchmaterial zu Erdbeeren und Kartoffeln im Kübel. Für alle anderen Pflanzen empfehle ich dir Heu.

  • Andere Pflanzen

Pflanzen zu Pflanzen. Mir gefällt diese Variante sehr gut. Die schlechte Nachricht ist – es gibt nicht nur gute Kombinationen. Hast du  Zeit und Lust zum Experimentieren und nimmst notfalls einen Ernteausfall in Kauf, ermutige ich dich zum Herumprobieren. Alternativ kannst du dich in Gärtnereien erkundigen, anderen Hobbygärtnern Löcher in den Bauch fragen, oder in der einschlägigen Literatur nachlesen.
Der Vorteil liegt auf der Hand. Du hast in einem Topf gleich 2 Erntemöglichkeiten. Ich nutze diese Variante in den größeren Kübeln.

  • Mein Geheimtipp – Flachsschäben

In einer Gartenausstellung bin ich auf die Flachsschäben aufmerksam geworden. Sie haben mich fasziniert. Das war die Geburtstunde meines Lieblingsmulchmaterials im ganzen Garten. Die helle Farbe der Flachsschäben verleiht dem Kübel eine interessante Note, es schaut geordnet aus und die Wasserspeicherfähigkeit ist ausgezeichnet.

 

Jede Hitliste hat auch eine Negativhitliste:

In Balkongemüsekübeln hat Rindenmulch nichts verloren. Mulchfolien aus Plastik sind besser für Gartenbeete geeignet als für Pflanzen in Töpfen. Steine sind für manche Kräuter gut, für Gemüse im Kübel empfehle ich sie nicht.

 

Mit gemulchten Balkonkübeln sind deine Gemüsepflanzen und du für heiße Tage und kühlere Nächte gut gerüstet.

Auf in ein „buntleben“!

Herzliche Grüße

Sylvia Wonisch

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