So meistern auch Anfänger prima das Pressen und Trocknen der herbstlichen Baumblätter für eine Collage

Der bunte Herbstwald inspiriert durch die Farbveränderung der Baumblätter (und die der Sträucher). Von überall her schreit einem die Lust auf Farbe förmlich an. Bald ist die Farbenpracht der Blätter vorbei und sie verrotten langsam im Boden und geben ihre Nährstoffe an die Erde zurück. Ein paar bunte Blätter darf man sich ausborgen für zukünftige Collagen. Das Farbspiel der Baumblätter ist einzigartig und wird deine Collage strahlen lassen. Doch zuerst müssen die Blätter gepresst und getrocknet werden.

Der Herbst ist die ideale Zeit dafür

Der Wasseranteil in den Blättern ist im Herbst gering. Das zeigt die Farbveränderung an. Dadurch ist die Schimmelgefahr beim Trocknungs-Press-Vorgang um diese Jahreszeit viel kleiner. Brauchst du für den Hausgebrauch eine professionelle Pressvorrichtung für einige wenige Blätter?

Nein, das brauchst du nicht.Ich habe 2 Methoden getestet, die sich beide als praktikabel für eine mehr oder weniger geringe Anzahl an Blättern erwiesen haben.

Vorher noch ein Wort zum Wetter und zu den Blättern: Sammle die Baumblätter bei trockenem Wetter und im trockenen Zustand. Versuchst du, vom Tau oder Regen nasse Blätter zu pressen und trocknen, wirst du unangenehme Schimmelüberraschungen erleben.

Die Blätter von diesen 2 Fotos wären eindeutig zu nass:

baumblaetter-pressen-und-trocknen-zu-nasse-blaetter   baumblaetter-pressen-und-trocknen01

„Dicke-Wälzer-Methode“

Hast du dicke Bücher – so richtig dicke und schwere Wälzer – mit Hardcovereinband in deinem Bücherregal stehen, dann hast du fast schon alles, was du benötigst. Als zweites Hilfsmittel dient altes Zeitungspapier. Die Bücher und die Zeitungsseiten sollten vom Format her größer sein als die Blätter, die du pressen und trocknen willst. Lege die Baumblätter nebeneinander auf ein paar faltenlose Zeitungsseiten und alles auf eine ebene, harte Fläche. Die Blätter und Stängel sollen sich nicht berühren und jeder Teil des Blattes muss im Zeitungspapier und unter dem Buch liegen. Nichts darf herausstehen. Auf die Blätter kommen die nächsten faltenlosen Zeitungsseiten und dann ein dickes Buch mit Hardcovereinband zum Beschweren. Zeitungsseiten, Blätter, Zeitungsseiten, Buch… immer so weiter.

baumblaetter-pressen-und-trocknen-dicke-waelzer-methode   baumblaetter-pressen-und-trocknen-buchstapel-mit-zeitungspapier

Mit dieser Methode habe ich gute Erfahrung gemacht für kleinere, zarte Blätter mit dünnem Stiel oder ohne Stängel. Meine Bücher sind dabei immer heil geblieben.

Bücher sind oft schnell zur Hand und die Methode daher wenig aufwendig.

Vermeide unbedingt, die Buchseiten im Buch selbst zu verwenden. Nutze nur das Buch mit Hardcovereinband als Beschwerung, geschützt durch ein paar Seiten der Zeitung. Die Seiten im Buch würden sich durch das Wasser wellen. Es ist noch immer genug Wasser in den Blättern enthalten ist, das verdampft.
Ein dicker Stängel könnte im wahrsten Sinne des Wortes einen „tiefen Eindruck“ in deinem Buch hinterlassen.
Beides wäre zu schade für dein Buch.

Für größere Blätter oder größere Mengen empfehle ich dir die zweite Methode…

Holzplattenmethode

Keine Frage, diese Methode ist mein Favorit. Bei dieser Methode kann auf gar keinen Fall eins deiner Bücher zu Schaden kommen. Holzplatten bekommst du in Baumarkten mit einer Holzabteilung. Meist gibt es eine Gitterbox, wo „Schnittabfälle“ günstig angeboten werden. Dort wirst du wirst sicher fündig. Ich habe alle meine Holzarbeitsplatten zum Töpfern, zum Basteln und zum Pressen der Blätter in verschiedenen, noch handlichen Größen in der Resteabteilung von Baumärkten erstanden.

baumblaetter-pressen-und-trocknen-zwischen-holzplatten

Die Holzplatten sollten nicht beschichtet sein. Dann nehmen sie Wasser auf, das später wieder verdunstet. Sperrholzplatten von 1-2 cm Stärke sind gut geeignet. Zeitungspapier brauchst du bei dieser Methode auch. Das Zeitungspapier dient immer dazu, den Großteil des Wassers aufzusaugen, das in den Baumblättern noch vorhanden ist.

Die Holzplattenmethode hat abgesehen vom Schutz deiner Bücher weitere Vorteile gegenüber der „dicke-Wälzer-Methode“:

  • Die Holzplatten sind selbst bei Restekäufen größer als die Bücher und du kannst mehrere Blätter nebeneinander legen. Von der Größe her bist du flexibler als bei den Büchern.
  • Du kannst mehrere Holzplatten stapeln und erreichst lange nicht die Höhe von einem „wackligen Bücherturm“
  • Du kannst – fast auf professionelle Art – Schraubzwingen verwenden um die Holzplatten noch fester aneinander zu pressen. Das ist aber nicht notwendig, weil die Platten ausreichend Gewicht haben. Lege die dicksten Blätter in der untersten Lage, dann die dünneren in zwischen der nächsten Platte und zum Abschluss noch eine Holzplatte. Auf diese Stapelart baut sich schon ein guter Druck auf, und…
  • du kannst die Bücher zwischenzeitig lesen.

Denke daran, vor und hinter jede Lage der Baumblätter mindestens ein paar faltenlose Seiten von einem Zeitungspapier. Nur eine Lage an Baumblättern, dann die nächste Holzplatte.

Dauer des Trocknungsvorganges

Das kommt auf die Art und Dicke der Blätter an und wie hoch der Wassergehalt in ihnen war beim Start deines Press-Trocknungsvorganges. Du kannst ungefähr rechnen, dass der Trockenvorgang 2-3 Wochen dauert. Wenn du in der Trocknungszeit ein- bis zweimal die Woche die Zeitungsseiten austauschst und durch neue ersetzt, beugst du zusätzlich der Schimmelgefahr vor.

Aufheben der getrockneten Blätter bis zur Verwendung

Nicht immer hat man Zeit oder Lust, die Blätter nach dem Pressen und Trocknen gleich in einer Collage zu verarbeiten. Das macht nichts, du kannst sie aufheben. Spielt Platz keine Rolle, hebe sie so auf, wie du sie getrocknet hast – flach mit Zeitungspapier zwischen den Holzplatten. Du siehst, das ist ein zusätzlicher Minuspunkt bei der „dicken-Wälzer-Methode“. Zwischen den Büchern würde ich die Blätter nicht aufheben wollen.

Eine weitere Möglichkeit der Aufbewahrung habe ich getestet – und die ist mein Favorit. Dazu nimm Pappkartonschachteln, die vom Umfang größer sind als dein größtes Blatt. Die getrockneten und gepressten Blätter legst du vorsichtig zwischen Kartons und ab in die Schachtel mit ihnen. Als Schutz vor Staub bedecke die oberste Schicht mit Zeitungspapier, Kartons oder deine Schachtel hat vielleicht sogar einen Deckel.  So kannst du Schachteln wiederverwenden, statt sie wegzuwerfen. Hast du gar keine Schachtel, dann schau beim nächsten Einkauf im Supermarkt beim Verpackungstresen oder frage nach.

 

Egal welche Methode beim Pressen und Trocknen und beim Aufbewahren, rechne immer mit Verlusten. Manche Blätter zerbröseln zwischen den Fingern, wenn man sie angreift. Mein Tipp: presse und trockne mehr Blätter, damit du die Verluste locker wegstecken kannst.

Wie du deine Blätter auf deiner Collage befestigst kannst du beim Punkt Malmittel / Malgel in dem Artikel nachlesen, den ich dir unten verlinkt habe.

Auf in ein „buntleben“!

Herzliche Grüße

Sylvia Wonisch

2 Kommentare Schreib einen Kommentar

  1. von Pia Maria

    Danke
    Das sind wirklich sehr gute Ideen
    Immer wieder ist es mir passiert dass in der Schimmel eine Rolle spielte.
    Jetzt bestimmt nicht mehr!!

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