Warum eine Kochbox mit portionierten Zutaten hin und wieder Sinn macht

Lang, lang ist’s her, als das Just-in-time-System der bedarfsorientierten Produktion und Belieferung vom Automobilhersteller Toyota entwickelt wurde. Anfang der 70er Jahre traf der Öl-Schock Japan und verhalf dem Just-in-time System zum Durchbruch.

Just-in-time revolutionierte ausgehend von der japanischen Automobilindustrie viele Industriezweige auf der ganzen Welt. Material, zur rechten Zeit direkt an der Produktionsstraße angeliefert, erspart kostenintensive Lagerhaltung und -verwaltung.

Ein ähnliches Konzept haben Anbieter von Kochboxen wohl im Auge gehabt. Sie liefern an einem vordefinierten Tag exakt die Menge, die du für die definierte Anzahl von Gerichten und Personen fürs Kochen brauchst.

Ich habe das System bei zwei Anbietern getestet. Gerne werde ich es zu manchen Zeiten wieder in Anspruch nehmen. Ausschlaggebend sind für mich diese drei Gründe:

  1. die richtige Menge
  2. Zeitersparnis
  3. Neues ausprobieren

Der Hauptpunkt für eine Argumentation „pro Kochbox“ ist richtige Menge.

Leicht abgewandelt zum Just-in-time wird nur das eingepackt, was für die Rezepte notwendig ist und innerhalb der 3-5 Tage verbraucht wird.

Alle Zutaten werden in der benötigten Menge verschickt. Getreide. Obst, Gemüse, Fleisch oder Fisch, Dauerkonserven und manche Gewürze kommen in der erforderlichen Quantität. Welcher Vorrat zu Hause sein sollte, das steht auf dem Rezept. Öl oder Essig beispielsweise waren bei meinen beiden Testlieferanten nicht im Lieferumfang enthalten, Salz und Pfeffer auch nicht.

Ade Lagerhaltung von Grundnahrungsmitteln wie Getreide und Nudeln, Gewürze müssen sich nicht stapeln.
In Städten gibt es schon einige Läden, die unverpackte Kleinmengen Getreideprodukte verkaufen. Ins mitgebrachte Gefäß rieseln die gewünschten Gramm hinein. Wenn du so einen Laden in deiner unmittelbaren Umgebung hast, bist du ein Glückspilz. Dann hast du die Möglichkeit, täglich oder wöchentlich Kleinmengen „im Vorbeigehen“ ohne großen Zeitverlust einzukaufen.
Wohnst du so wie ich nicht in der Nähe so eines Ladens und hast Lust auf Abwechslung beim Getreide und bei den Gewürzen, kann dein Vorratsschrank schnell überquellen. Mit Schrecken erinnere ich mich an den Tag, als ich einen eingeschleppten Reiskäfer im Vorratsregal entdeckt habe. Ich erspare dir die mühevollen, traurigen Details. Bei der Kochbox hast du die richtige Menge und Null-Reiskäfer-Risiko.

Nach meinem Reiskäfer-Fiasko war ich erneut Grundnahrungsmittel einkaufen und habe die Auswahl drastisch beschränkt. Das führt mich zum zweiten Punkt – den Einkauf.

Die Kochbox wird geliefert und erspart dir Zeit beim Einkauf.

Einkaufen ist ein zweischneidiges Schwert. Einkauf kann Spaß machen oder als notwendiges Übel gesehen werden. Er kann verlocken zu viel zu kaufen oder etwas dringend Benötigtes wird vergessen. Wocheneinkauf braucht Vorplanung und Lagermöglichkeit, tägliches Einkaufen erfordert neben Übersicht vor allem eins – Zeit. Freizeit ist wertvoll und sollte so sinnvoll wie möglich verwendet werden. Die Kochbox kann dir zumindest einen Teil deiner Freizeit wieder schenken.

Die Zustellung erfolgt per Lieferdienst zu der von dir gewählten Adresse. Jeder Kochboxanbieter hat sein eigenes System. Verpackuntstechnisch reichen die Varianten von kostenlos retournierbaren Kartons mit Kühlelementen bis hin zur stabilen Mehrwegkiste mit Rückgabe bei der nächsten Lieferung.

Mein favorisierter Kochboxlieferant ist ein regionaler Anbieter, der die Kochboxen zusätzlich zur Biokiste im Repertoire hat. Er liefert mit eigenen Kühlfahrzeugen und eigenen, sehr freundlichen Fahrern aus. Der zweite von mir getestete Anbieter lieferte per Paketdienst ganz zeitig in der Früh.

Du musst gar nicht zu Hause sein, wenn die Lieferung erfolgt. Bei der Bestellung kannst du mitteilen, wohin die Box gestellt werden soll. Ein paar Stunden Zeit können zwischen Anlieferung und Einräumen in den Kühlschrank oder die Schränke vergehen. Kühlelemente sorgen für die richtige Temperatur in gut isolierten Boxen. An heißen Sommertagen sollte der Abstellplatz möglichst schattig liegt.

Stell dir vor, du kommst nach einem anstrengenden Arbeitstag nach Hause und die Kochbox wartet sehnsüchtig vor deiner Tür. Kein Nachdenken, was koche ich heute und habe ich alle Zutaten dafür zu Hause.

Gleich mal das erste Rezept auspacken und ab in die Küche.

Hab keine Angst vor ungewöhnlichen Zutaten oder neuartigen Rezepten. Hältst du dich an die Zubereitungshinweise, gelingt’s. Ganz nebenbei erweiterst du dein Kochrepertoire.

Du hast die Qual der Wahl: Mit welchem Rezept aus dem Lieferumfang willst du starten? Nicht zu lange nachdenken, welches Gericht lächelt dich heute an? Möglicherweise wird dir die Entscheidung nach deinem arbeitsintensiven Tag abgenommen und die Reihenfolge der Mahlzeiten vorgeschlagen. Der simple Grund liegt im Mindesthaltbarkeitsdatum, speziell bei nicht vegetarischen Gerichten.

Das Rezept führt dich Schritt für Schritt durch die Zubereitung. Alles zur richtigen Zeit. Die passenden Mengen hast du sowieso schon. Es steht dabei, wie lange die Zubereitung dauert. Ungefähr 30 bis 40 Minuten kannst du rechnen. Manche Kochboxanbieter haben extra-schnell zubereitete Mahlzeiten zur Auswahl. Bei meinem Lieblingslieferanten habe ich mich für eine „klassische Kochbox“ entschieden mit 3 Gerichten. 2 davon waren mit Fleisch und eins vegetarisch. Die Zubereitungszeit hat geschwankt zwischen 25 und 45 Minuten, die Zeitangaben waren exakt.

Gerichte oder Teile davon, die mir und meiner Familie supertoll geschmeckt haben, landeten auf meiner Lieblingskochliste. Wobei ehrlich gesagt, jedes Gericht von meinem Favoriten geschmeckt hat. Ganz im Gegensatz zu manchem meiner Experimente aus Kochbüchern.

Kleinmengen schaffen nicht unbedingt mehr Verpackungsmüll

Eine meiner Sorgen anfangs war der bei Kleinmengen entstehende Verpackungsmüll. Da kann ich Entwarnung geben. Er hält sich in Grenzen. Hier zeigen sich die größten Unterschiede zwischen den Anbietern. Neben der Regionalität war ein niedriger Verpackungsanteil ein entscheidender Faktor, wie ich meinen Favoriten gefunden habe.

Obst und Gemüse verpackt er gar nicht oder in Papiertütchen.  Gewürze sind in kleinen Plastiksäckchen oder Döschen, was ein wenig Müll produziert. Dafür aber hat man die Chance, Gewürze kennen zu lernen, die man sonst wahrscheinlich nicht verwenden würde.

Der von mir getestete zweite Anbieter macht es dem Kochboxempfänger noch leichter, alle Zutaten zu einem Gericht zu finden. Er verpackt die Zutaten der einzelnen Mahlzeiten nochmals portionsgerecht in Papiertüten. Das finde ich wirklich übertrieben, passt aber wahrscheinlich besser in seine eigene Logistik. Generell fiel hier mehr an Verpackungsmüll an als bei meinem regionalen Kochbox-Lieferanten.

Es gab noch andere Unterschiede zwischen den von mir getesteten Anbietern

Ein Unterschied besteht darin, ob die Gerichte selber aus einer Vielzahl ausgewählt werden können oder vorgegeben sind. Mein Favorit hat drei Kategorien „vegetarisch“, „klassisch“ und „schnell“ zur Auswahl, der Inhalt pro Kategorie ist vorbestimmt und nicht veränderbar.

Beim anderen Anbieter konnte ich nach Auswahl der Kategorie den Inhalt der Kochbox selber zusammenstellen und aus einer Menge an Gerichten wählen.

Beide Arten haben ihre Vor- und Nachteile. Ich empfehle dir, mache dir selber ein Bild und teste dich durch die Möglichkeiten und entdecke weitere Unterschiede.

Warum ich mich für den einen Anbieter entschieden habe:

Der regionale Kochbox-Anbieter liefert mir zusätzlich alles, was ich dazu bestelle für’s Kochen an den anderen Tagen und für den Haushalt und das in Bioqualität. Wo immer möglich hat er regionale Lieferanten, was mir sehr wichtig ist. Die Rezepte der Kochbox schmecken fantastisch, sind ausgezeichnet gewürzt und sind mehr als ausreichend pro Portion. Hin und wieder ergibt sich ein kurzer, netter Plausch mit dem Fahrer des Auslieferungswagens – ein wenig Menschlichkeit in der Online-Bestellwelt. Sollten Probleme auftauchen, kann ich zum Telefonhörer greifen anstatt ein „Ticket“ zu erstellen. Dann spreche ich mit einer Person, die bei dem Anbieter arbeitet und nicht mit einer anonymen Hotline. Er bietet neben einem Abosystem auch Einzelbestellungen an. So kann ich in zeitkritischen, hektischen Wochen durch die Kochbox eine Erleichterung erfahren. In all den anderen Wochen gestalte ich meine Mahlzeiten selbst. Das ist für mich Freiheit. Nicht gebunden sein an ein Abosystem und nicht denken müssen, die Lieferung für die Woche abzubestellen.
Alles in allem ist das ein sehr menschlicher Betrieb, der mit viel Liebe zur Regionalität und zur Natur geführt wird. Es steht mir frei, den Betrieb zu besichtigen.

 

Eine Kochbox könnte man als eine Nebenentwicklung vom Just-in-time-System für den Hausgebrauch ansehen.  Es steht jedem frei zu entscheiden, an wie vielen Tagen in der Woche / im Monat er in den Genuss von diesem Service kommen will. Ich mag es hin und wieder nicht mehr missen und freue mich immer auf überraschende und neue Gerichte.

Lass mich gerne in den Kommentaren wissen, welche Erfahrungen du mit einer Kochbox gemacht hast.

Auf in ein „buntleben“!

Herzliche Grüße

Sylvia Wonisch

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