Wie oft wiegen beim Abnehmen? – Ich plädiere für täglich

Aus Erfahrung weiß ich wie das ist, wenn man mehr als 10 Kilo abnehmen will und sich vorgenommen hat: „Diesmal klappt es!“.

Noch bevor man mit der Ernährungsumstellung begonnen hat, taucht die Frage auf: „Wie oft soll ich mich wiegen?“ Hier scheiden sich die Geister. Ich habe mich lange verunsichern lassen und viele  Varianten probiert.

Der gängigste Rat ist der zu „wöchentlich“.

Wöchentliches Wiegen und die Waage als dein Feind

Sobald du jemanden motiviert und gut gelaunt vom Abnehmen erzählst, kommt die Frage nach dem Wiegetag. Antwortet man dann nicht wie aus der Pistole geschossen, erntet man mitleidige Blicke und erhält den fast drohenden Rat: „Wieg dich ja nicht öfter als 1x die Woche, da machst du dich verrückt!“.

Da ist sie, die Rute ins Fenster gestellt.

Mich nervt das. Es scheint ja so zu sein, als ob man zu dunklem Kerker verurteilt worden wäre. Die schlimmste Bestrafung ist das Wiegen, dem man tunlichst aus dem Weg gehen sollte. Maximal 1x die Woche kann man dieses Martyrium ertragen.

Zumindest kommt es mir so vor, wenn mir in meinem Umfeld jemand mit großen, vor Schreck geweiteten Augen erzählt: „Heute MUSS ich auf die Waage.“

Nüchtern betrachtet ist die Waage nichts anderes als ein Hilfsmittel zum Feststellen eines Zustandes zu einem bestimmten Zeitpunkt bei bestimmten Gegebenheiten. Punkt.

Warum dieses von sich aus neutrale, unvoreingenommene Hilfsmittel zu einem Feindbild wird, ist verständlich. Es kommt durchaus vor, dass nach einer guten Woche des Dranbleibens das erhoffte Ergebnis ausbleibt. Schwupps, mit einem Schlag wird eine perfekte Woche zum Desaster erklärt. Der Feind hat gesprochen.

Das muss nicht sein.

Tägliches Wiegen und die Waage als dein Freund

Was passiert, wenn du das Schreckgespenst zum verbündeten Freund ernennst?

  • Du akzeptierst natürliche Schwankungen
    Bei einem länger dauernden Abnehmweg kommst du unweigerlich mit allen Varianten in Berührung: von „du nimmst sehr gut ab“ über Stillstand bis zur Zunahme.  Egal, ob du dich wöchentlich oder täglich wiegst. Das ist normal: Der Wasserhaushalt im Körper ist unterschiedlich. Mal klappt es gut mit der Verdauung, mal weniger. Bei Frauen sind meist zyklusbedingte Schwankungen ein Einflussfaktor.Wiegst du dich täglich, bekommst du mit der Zeit ein Gespür für diese Schwankungen. Du verleihst einmaligen, rein zufälligen Ausschlägen auf der Waage nicht mehr so viel Gewicht. Tagelange Stillstände bedeuten für dich nicht mehr den Todesstoß für dein Vorhaben, denn du weißt das einzuschätzen. An manchen Tagen oder in manchen Wochen ruht der Körper, doch dann lässt er wieder aus.
  • Dein Gefühl für deinen Körper wächst!
    Abnehmen hat mit vielen Faktoren zu tun. Auf der einen Seite finden sich die „Hard Facts“ wie Ernährung, Bewegung und Wasser. Auf der anderen Einflussfaktoren wie Schlaf, Entspannung oder Stress, Urlaubs- oder Arbeitssituation, Feiertage, ja und auch der Mondrhythmus spielt mit. Ich nenne sie „Soft Facts“.
    Dein Körper reagiert auf all diese einströmenden Dinge. Nicht gleich in der Sekunde, aber zeitversetzt in einigen Tagen.Willst du das Gefühl über deinen Körper zurückgewinnen gilt es, die Zusammenhänge kennenzulernen und sie zu verstehen. Das gelingt mit dem täglichen Wiegen sehr gut.Es kommt noch besser: Dein Einschätzungsvermögen wird mit der Zeit wachsen. Das ist ein nicht unerheblicher Pluspunkt für die Zeit danach, wenn du dein Wunschgewicht erreicht hast. Abnehmen ist eine Sache, dann dort entspannt bleiben und sich wohlfühlen eine zweite.
  • Du kannst viel schneller reagieren, wenn du mal über die Stränge geschlagen hast.
    Bei wöchentlichem Wiegen könnte es passieren, dass du falsche Schlüsse ziehst: „Der Burger gestern mit den Pommes hat mir gar nicht geschadet, ich habe trotzdem abgenommen. Ich kann anscheinend jede Woche einen Burger-Tag einlegen.“Ja, das könnte sein, aber es kann auch der völlig falsche Schluss sein. Denn der Körper reagiert nicht gleich. Warte nicht eine Woche darauf, wiege dich täglich und du merkst viel schneller, was dein Körper verzeiht, und was nicht.

Wie gehst du es am besten an

Suche dir eine Zeit, in der du an fast allen Tagen auf die Waage hüpfen kannst. Schau, dass die Umstände möglichst ähnlich sind. Gleiche Kleidung, am besten vor einer Mahlzeit nicht danach.

Hilfreich ist eine Minidokumentation. Wieviel Zeit du da rein investieren willst, steht dir frei. Es reichen handschriftliche Notizen auf einem Blatt Papier. Notiere Datum, Wochentag, Gewicht und mache kurze, dir wichtig erscheinende  Notizen zu den „Hard-„ und den „Soft-Facts“. Hast du gut geschlafen, hattest du Stress, war ein Essen besonders lecker, oder du auf einer Geburtstagsfeier eingeladen?

Vielleicht kannst du sehr bald feststellen, dass es Wochen oder Tage gibt, wo du besonders auf die Ernährung achten musst. Oder Tage, wo dir Bewegung mehr bringt als an anderen.

Vertraue darauf, dass du die Zusammenhänge aller Einflussfaktoren auf dich persönlich bald viel besser verstehst und für dich nutzen kannst.

Auf in ein „buntleben“!

Herzliche Grüße

Sylvia Wonisch

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