Wurzelzeit: Alantwurzel ernten und trocknen

Solange das Herbstwetter noch halbwegs passabel ist, ist die beste Zeit für Wurzelernte. Die Alantwurzel könnte eine davon sein. Früher war der Alant in fast jedem Bauerngarten vertreten, heutzutage sieht man ihn selten. In der Natur soll er darum stehen bleiben, denn frei kommt er noch spärlicher vor. Wer die Wurzel ernten will, ist gut beraten, den Alant in den Garten zu holen. Nach einer mindestens 2-jährigen Standzeit kann die Wurzel zwischen September und November gegraben werden.

Wo Alant wächst und wie er aussieht

Der botanische Name der vielen existierenden Arten davon beginnt mit „Inula“. Alant gehört zur Familie der Korbblütler. Der Hinweis ist wichtig, denn manche Menschen reagieren auf Korbblütler allergisch und sollten innerlich und äußerlich die Hände weg vom Alant lassen.

Willst du ihn im Garten ansiedeln, hältst du am besten Ausschau nach dem „echten Alant“ mit dem botanischen Namen „Inula helenium“. So schließt du auch jede Verwechslung mit anderen, möglicherweise giftigen Pflanzen aus. Wende dich an die Gärtnerei deines Vertrauens und nimm eine Jungpflanze. Beim richtigen Standort bleibt sie dir treu.

Der Alant ist eine ausdauernde Pflanze. Das bedeutet, er wächst Jahr für Jahr aus der Wurzel nach. Die Wurzel selbst verzweigt sich und wird größer und größer. Die Blätter des echten Alant sind recht großlappig, die Blüten leuchten wie goldgelbe Sonnenstrahlen. Die ganze Pflanze wird sehr hoch. An die 2 Meter kann der echte Alant schon erreichen, manchmal sogar mehr. Am Boden beansprucht er relativ viel Platz durch seine großen Blätter. Das hat den Vorteil, dass darunter an dieser Stelle Beikraut kaum Wachstumschancen hat, weil das Licht fehlt.

Wohin kann der Alant gepflanzt werden

Sonne tut ihm gut, Wind mag er weniger, Lehmboden oder gut feuchter, nicht staunasser Boden gefällt ihm.

Bei mir hat er sich seinen Standort selbst ausgesucht. Ich hatte ihn ganz woanders hingepflanzt, da ist er nach einem Jahr verschwunden. Dafür hat er sich ein paar Meter weiter seinen Platz gesucht. Wie jetzt? Hat er sich selber ausgegraben und neu gepflanzt? Nein, natürlich  nicht. Er ist auch durch Samen vermehrbar und ganz sicher sind die Samen von meinem ersten Exemplar an die richtige Stelle geflogen. Dort vermehrt er sich kräftig, immer mehr Blätter kommen jährlich aus dem Wurzelstock. Es sieht so aus, als ob es eine neue Pflanze wäre, doch der Wurzelstock hat sich so stark verzweigt.

Er lässt sich auch durch Wurzelteilung vermehren. Nicht grad in seiner Wachstumsphase, im Frühjahr oder im Herbst geht das.

Auf dem Bild siehst du die grob vorgereinigte Wurzel und mit den Pfeilen 2 der Neuaustriebe markiert.

alantwurzel-ernten-wurzel-grob-gereinigt

Ernte der Alantwurzel

Nach mindestens 2 Jahren Standzeit – besser 3 – kannst du an die Wurzelernte gehen. Lass immer einen Teil im Boden, dann treibt er frisch aus. Alant wurzelt tief und der Wurzelstock ist hartnäckig und gut verankert im Lehmboden.

Praxistipp: Günstig für die Ernte sind daher Tage nach einem Regen, wo du mit dem Spaten leichter in die Erde kommst.

Je nach Bodenbeschaffenheit brauchst du mehr oder weniger Krafteinsatz zusätzlich zum Spaten. Ich habe heute nach ein paar Tagen Regen einen Teil des Wurzelstocks ausgegraben und war positiv überrascht, dass es leichter ging als gedacht. Dass dabei die Wurzel abgebrochen ist, hat mich nicht weiter gestört, denn sie wird hoffentlich neu austreiben und mir in 2-3 Jahren wieder eine Ernte ermöglichen.

Trocknen der Alantwurzel

Reinige die Wurzel gründlich und schneide sie der Länge nach durch. Es können auch andere kleine Stücke sein. Hauptsache, sie lassen sich von der Größe her noch gut mit einer dickeren Nadel durchstechen. Die Teile fädelst du mit Hilfe einer dickeren Nadel auf einem Garn auf und lässt sie im Halbschatten gut trocknen.

Ist alles gut trocken, dann ab damit in luftdichte Gefäße.

Beim Trocknen entwickeln die Wurzelstücke einen intensiven veilchenartigen Geruch. Oh ja – und wie!

Mit diesem Geruch oder besser gesagt mit dem dazu passenden Geschmack nach veilchenartigem Parfüm habe ich Bekanntschaft gemacht. Vollen Mutes habe ich ein Stück von der frischen und gereinigten Wurzel abgeschnitten und sie gekaut. (Man kann die Wurzel auch roh essen.) Nach diesem Erlebnis rate ich dir davon ab, es sei denn, du willst unbedingt wissen, wie veilchenartiges Parfüm schmecken könnte. Der Geschmack ist äußerst intensiv und sehr gewöhnungsbedürftig. Meine Geschmacksnerven haben sich nicht daran gehalten, dass sich nach einigem Kauen der eigenartige Geschmack verschwindet.

Wozu denn eigentlich – die guten Inhaltsstoffe

Es kommt die kalte Jahreszeit mit Husten und bald auch mit leckeren Weihnachtskeksen.

Die Alantwurzel hilft durch schleimlösende Inhaltsstoffe dabei, lästigen Husten loszuwerden. Andere ihrer Wirkstoffe sind gut für den Magen und haben eine verdauungsfördernde Wirkung. Er hat auch noch eine bindegewebsstärkende Eigenschaft und wirkt bei so manchem Frauenleiden.

Speziell zum letzten Punkt als „Frauenwurzel“ gilt es zu beachten, dass er eine bewegende Eigenschaft auf die Gebärmutter hat. Schwangere sollen unbedingt Abstand halten von einer Anwendung mit der Alantwurzel!

Die in der Alantwurzel enthaltenen Wirkstoffe sind unter anderem: Inulin, Bitterstoffe, Harz, ätherisches Öl

Als Heileigenschaften sind in der Literatur angeführt: schleimlösend, hustenreizlindernd, verdauungsfördernd, nierenanregend, antiseptisch und antibiotisch, magenanregend, entzündungswidrig, menstruationsfördernd und noch viele mehr.
Anders ausgedrückt – die Wurzel bringt innerlich einiges in Bewegung und behebt Stauungen und löst hartnäckigen Schleim.

Daher ist es ratsam, vor einer längeren Anwendung mit dem Arzt Rücksprache zu halten. Auch bei Einnahme von Medikamenten und wegem Allergierisiko gilt das!
Weil es so wichtig ist, wiederhole ich noch einmal:  Schwangerschaft und die Anwendung der Alantwurzel in irgendeiner Form verträgt sich nicht!
Innerlich angewendet kann die Wurzel schleimhautreizend sein, von der Einnahme größerer Mengen wird abgeraten.

Anwendungsmöglichkeiten der getrockneten Alantwurzel

In meinem Blog findest du Tipps, die ich selbst probiert habe. Vom Alant habe ich bisher nur die intensiv gelben Blütenblätter geerntet, getrocknet und verwendet. Weniger aus Gründen einer Heileigenschaft, denn die ist in den Blütenblättern nicht enthalten. Sondern wegen der wunderschönen Farbe, die Aufputz und Blickfang sein kann.

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Mit der Wurzel und ihrer Anwendung habe ich noch keine Erfahrung gemacht. Heuer ist es das erste Mal, dass ich sie ernte.

Als kleiner Vorgeschmack auf die Testreihe der nächsten Wochen und Monate – so möchte ich sie verwenden und danach darüber berichten: als Tee wegen der verdauungsfördernden und schleimlösenden Inhaltsstoffe,  zerrieben und vermischt mit anderen Zutaten als Maske für die Haut, als Tinktur oder in Wein eingelegt und zum Räuchern.

 

Ganz nebenbei, bei jeder Wurzelernte im Herbst in angemessener wetterfester Kleidung tust du dir etwas Gutes. Du machst Bewegung im Freien, atmest kräftig durch bei mehr oder weniger leichter Anstrengung beim Ausgraben und tankst vielleicht auch Sonnenstrahlen.

Auf in ein „buntleben“!

Herzliche Grüße

Sylvia Wonisch

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